Ausstellung: Zeit, Freiheit und Kontrolle – Johannes Bürk und die Folgen

ANZEIGE

bis 01.03.2020

pm   Die ständige Beschleunigung von Arbeit und Alltag, Mobilität und Kommunikation ist eine der prägenden Grunderfahrungen modernen Lebens. Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit machen es zwar einfacher, Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, doch wie frei sind wir dabei wirklich? Höchste Zeit, sich einmal bewusst zu machen, wie Zeitstrukturen die Gesellschaft bestimmen.

Mit der Entwicklung der Nachtwächterkontrolluhr im Jahr 1855 durch Johannes Bürk (Foto li.) begann der Aufstieg Schwenningens zur „größten Uhrenstadt der Welt“. Anlässlich seines 200. Geburtstags stellt die Ausstellung Johannes Bürk vor, der den Ort gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich wie kein zweiter geprägt hat.

Die Ausstellung führt durch die über 150-jährige Geschichte der Kontrolluhren und zeigt, wie Schwenningen den Takt der Industriegesellschaft angab. Hier wurden all die Stech- und Stempeluhren produziert, die halfen, Pünktlichkeit und Effizienz in aller Welt durchzusetzen. Die ständige Beschleunigung blieb aber nicht auf die Arbeitswelt begrenzt. Auch im Alltagsleben ging es mehr und mehr um Schnelligkeit. Denn wieso führte man die neu erfundenen Papiertaschentücher 1929 unter dem Markennamen „Tempo“ ein?

Smartphones, Tablets und Co. sammeln heute gigantische Mengen an Daten. Das ist nichts Neues! Angefangen hat dies schon vor über 150 Jahren mit einem kleinen Papierstreifen im Inneren der Nachtwächterkontrolluhr (Foto re.), auf dem die Zeiten und Orte der Rundgänge gespeichert wurden. Die Ausstellung vollzieht nach, wie immer neue Geräte ständig mehr Daten über die Beschäftigten sammelten.

Take your time: In einem Gedankenraum am Ende der Ausstellung wird das Thema Zeit aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Zeitgenössische Kunstwerke und kulturgeschichtliche Objekte regen dazu an, sich mit den eigenen Zeitvorstellungen auseinanderzusetzen. (Foto: Zeitmaschine li.)

Ort: Uhrenindustriemuseum VS-Schwenningen, Bürkstr. 39, Telefon 07720/ 82-2373, Fax 07720/822378

Ausstellungsdauer: Bis – 01.03.2020

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr

Führungen 2019/2020, alle 15:00 Uhr
12.5.2019, 2.6.2019, 16.6.2019, 30.6.2019, 14.7.2019, 28.7.2019, 25.8.2019, 1.9.2019,15.9.2019, 29.9.2019, 13.10.2019, 27.10.2019, 10.11.2019, 24.11.2019, 8.12.2019, 22.12.2019, 19.1.2020, 2.2.2020, 16.2.2020

 

 

 

 

 

 

 

 


Führung durch das Heimat- und Uhrenmuseum VS-Schwenningen

30.06.2019

Am Sonntag, den 30. Juni, führt um 15 Uhr Dr. Michael Hütt durch das Heimat- und Uhrenmuseum. An diesem Tag endet die vom Alamannen-Freilichtmuseum Vörstetten konzipierte Ausstellung „Verehrt, verwendet, vergessen. Alamannen im Spannungsfeld von Politik und Zeitgeschichte“ – und es ist der vorerst letzte reguläre Öffnungstag des Heimat- und Uhrenmuseums, bevor es ab Juli nur noch auf Anfrage geöffnet ist.

Die Führung wird diesen besonderen Umständen Rechnung tragen. Sie stellt die Sonderausstellung vor, wird aber auch der Deutung der Alamannen in der Dauerausstellung nachgehen und die Museumskonzeption von 1950 insgesamt betrachten. Dabei gehören alle drei Teile durchaus zusammen: Für den früheren Museumsleiter und Archäologen Dr. Rudolf Ströbel waren die bäuerlichen Alamannen und ihr vermeintlicher Gegensatz zu den verstädterten Römern der Ausgangspunkt für seine Sicht auf das vormals bäuerliche Schwenningen, das sich zu seiner Zeit längst zur Industriestadt entwickelt hatte.

Bild: Alamannen- und Römerstube im Schwenninger Heimatmuseum um 1950

Heimat- und Uhrenmuseum
Kronenstr. 16
78054 Villingen-Schwenningen

www.uhrenindustriemuseum.de

 

mehr Infos zu Museen hier in der Region

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Arbeitsschaubilder

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Erforderliche Felder sind markiert *