BruderhausDiakonie eröffnet neue Werkstatt für Menschen mit Behinderung

pm  Die BruderhausDiakonie bietet in Fluorn-Winzeln Arbeitsplätze für Menschen mit psychischer Erkrankung und Menschen mit geistiger Behinderung

Fluorn-Winzeln (bd) — Bis zu 51 Beschäftigte mit Assistenzbedarf arbeiten in der neuen Werkstatt der BruderhausDiakonie für Menschen mit Behinderung im Rainweg 9 in Fluorn-Winzeln, die am 22. Oktober offiziell eröffnet wurde. Die Einrichtung liegt mitten im Industriegebiet des Ortsteils Fluorn. Dieser Standort sei eine bewusste Entscheidung gewesen, erläuterte Christine Trein, Regionalleitung der BruderhausDiakonie. „Dadurch sind wir ein Teil des Sozialraums in Fluorn-Winzeln, und die kurzen Wege vor Ort ermöglichen uns einen direkten Kontakt und Austausch mit den Nachbarn.“

Professor Bernhard Mutschler, Theologischer Vorstand der BruderhausDiakonie, machte darauf aufmerksam, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung nach wie vor im öffentlichen Leben stark unterrepräsentiert und viel zu wenig sichtbar seien. Daher sei es ein sehr wichtiges Ziel, allen Menschen Raum zu geben – als Teilhabe an Heimat, Bildung, Arbeit und Gesellschaft.

Auch Fluorn-Winzelns Bürgermeister Bernhard Tjaden hob die integrative Bedeutung der Einrichtung hervor. Sie sei ein wichtiger Meilenstein, der an Gustav Werners Idee der „Christlichen Fabrik“ anknüpfe. „Menschen, die nicht voll leistungsfähig sind, sollen professionell etwas produzieren können, das gebraucht wird.“ Diesen im 19. Jahrhundert neuen Gedanken habe die BruderhausDiakonie weiterentwickelt und auf heutige Erfordernisse angepasst.

Das moderne einstöckige Werkstattgebäude ist offen gestaltet sowie vollständig barrierefrei. Die Beschäftigten arbeiten in den Bereichen Montage, Verpackung und Lagerlogistik. Sie übernehmen Teilproduktionsschritte und setzen etwa einfache Bauteile für Elektrosägen zusammen, verpacken Schrauben stückzahlgerecht oder brechen Kartonagen für Verpackungen aus. Dazu kommen Arbeitsbereiche wie Hauswirtschaft, Landschafts- und Tierpflege oder Bürotätigkeiten. Zusätzlich gibt es begleitende Aktivitäten wie künstlerische Tätigkeiten oder Sport. Kooperationen mit Betrieben ermöglichen Praktika auf dem ersten Arbeitsmarkt. Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, die im Regelfall eher in einem Förder- und Betreuungsbereich zu finden wären, werden in der neuen Einrichtung ebenfalls betreut und gezielt in die Werkstatt integriert. Die Werkstatt bietet ein breites Angebot von Teilhabemöglichkeiten – davon ist auch Bernd Hamann, Sozialdezernent des Landkreises Rottweil, überzeugt. „Moderne Arbeitsplätze, Sozialkontakte in freundlicher
Atmosphäre, Barrierefreiheit, Rückzugsmöglichkeiten und individuelle Angebote – vielfältige Teilhabemöglichkeiten werden auch weiterhin gute Früchte tragen.“

Die BruderhausDiakonie investierte in den Neubau circa drei Millionen Euro inklusive Grunderwerb. Darin enthalten sind 482.191 Euro Fördermittel vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg.

Foto: Projektleiter Reinhard Wolf (hinten) übergab den symbolischen Schlüssel an die Beschäftigtenvertreter Wilhelm Niederkofler und Ursula Fischer sowie Bereichsleiter Thilo Mutscheller (von links).

 

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