Trockene Augen (Sicca-Syndrom) – Ursachen, Symptome und Behandlung

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Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

kgs  Trockene Augen, auch Sicca-Syndrom genannt, können sehr unangenehm sein. Ihnen liegt eine komplexe Störung der Physiologie und Anatomie der Augenoberfläche zugrunde, die typischerweise mit Benetzungsstörungen, Trockenheitsgefühl und Schädigung der Augenoberfläche einhergeht. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und müssen individuell zur Ursache sowie den Beschwerden passen. Da der Tränenfilm wichtige Aufgaben für die Augengesundheit und das deutliche Sehen übernimmt, sollten trockene Augen nicht unterschätzt werden.

Trockene Augen – Ursachen und Symptome

Trockenen Augen entstehen, wenn die Augen zu wenig Tränenflüssigkeit produzieren und/oder die Tränenflüssigkeit zu schnell verloren geht. Letzteres geschieht am häufigsten aufgrund einer ungünstigen Zusammensetzung des Tränenfilms. Der Tränenfilm besteht im klassischen Modell aus drei Schichten: einer Schleimschicht, einer wässrigen Schicht und einer Fettschicht. Die Schleimschicht, von Fachleuten Muzinschicht genannt, liegt direkt an der Augenoberfläche an und sorgt unter anderem dafür, dass der Tränenfilm dort gut anhaftet. Sie geht in die darüber liegende wässrigen Schicht über, die den Hauptanteil des Tränenfilms ausmacht. Die Fettschicht liegt auf der wässrigen Schicht und verlangsamt die Verdunstung der Tränenflüssigkeit. Jeder Lidschlag verteilt den Tränenfilm, weshalb wir normalerweise pro Minute etwa 10- bis 15-mal unwillkürlich blinzeln. Damit der Tränenfilm stabil bleibt, muss die Zusammensetzung der einzelnen Schichten sowie die Verteilung auf der Augenoberfläche stimmen.

Ursachen von trockenen Augen

Bei trockenen Augen können die Ursachen sehr unterschiedlich sein. Am häufigsten liegt die Ursache in einer zu hohen Verdunstung des Tränenfilms. Einer reiner Tränenflüssigkeitsmangel ist eher selten und tritt meist als Mischform mit einer zu hohen Verdunstung auf. Eine Funktionsstörung der sogenannten Meibom-Drüsen, die die Fettschicht des Tränenfilms produzieren, ist die Hauptursache für eine zu hohe Verdunstung des Tränenfilms. Ist die Fettschicht gestört, kann der Tränenfilm schneller verdunsten.

Dadurch können trockene Augen entstehen

Verschiedene Augenerkrankungen (z. B. Lidfehlstellungen), Allgemeinerkrankungen (z. B. rheumatische, dermatologische oder neurologische Erkrankungen), Vitamin A Mangel, chirurgische Eingriffe am Auge oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie etwa Betablocker oder Hormonpräparate können zur Entstehung eines trockenen Auges führen. Ältere Menschen sind öfter von trockenen Augen betroffen. Immer häufiger verursachen äußere Einflüsse trockene Augen. Unsere Augen verbringen zunehmend Zeit damit, konzentriert auf Bildschirme zu blicken. Dabei reduziert sich die Lidschlagfrequenz drastisch oder das Auge schließt sich beim Lidschlag nicht ganz, sodass der Tränenfilm nicht verteilt werden kann. In geschlossenen Räumen verdunstet der Tränenfilm zusätzlich noch stärker durch trockene Heizungsluft oder eine Klimaanalage. Auch Rauch und jede Art von Zugluft können die Benetzung der Augenoberfläche beeinträchtigen. Zudem können trockene Augen durch Kontaktlinsen begünstigt werden.

Behandlung: Das hilft bei trockenen Augen

Meistens helfen bereits eine Veränderung der lokalen Umgebung (Raumklima etc.) und Gewohnheiten (z. B. Blinzeln), eine Modifikation der Ernährung, eine Pflege der Lider und „künstliche Tränen“. Es gibt viele verschiedene solcher Augentropfen, Pflegeprodukte oder Sprays bei trockenen Augen, die die fehlende Tränenflüssigkeit ersetzen oder deren Qualität verbessern sollen. Bei einer längeren Anwendungsdauer sollten Augentropfen frei von Konservierungsmitteln sein, da diese selbst als Auslöser eines trockenen Auges infrage kommen. Welche Augentropfen und Lidpflegeprodukte darüber hinaus die beste Wahl sind, hängt von der Ursache der trockenen Augen und den Beschwerden ab. Eine gesteigerte Lidrandhygiene sowie warme Lidkompressen, Licht- und Wärmebehandlungen können die Qualität des Tränenfilms verbessern.

Mittel zur Behandlung gegen trockene Augen

Manchmal sind dickflüssigere Augentropfen oder sogar Gele sowie Salben notwendig, die die Augenoberfläche langfristiger befeuchten. Diese kommen hauptsächlich bei trockenen Augen nachts zum Einsatz, da sie vorübergehend die Sicht behindern können. In einigen Fällen sind auch entzündungshemmende Augentropfen erforderlich, um die Beschwerden erfolgreich zu lindern. Wenn die Fettschicht des Tränenfilms gestört ist, kann ein fetthaltiges Augenspray bei trockenen Augen helfen. Dieses wird auf die geschlossenen Lider gesprüht und gelangt über die Lidränder in die Augen. Manche Betroffene schwören bei trockenen Augen auf Homöopathie. Sie verwenden zum Beispiel Augentropfen mit Euphrasia. Allerdings ist wissenschaftlich nicht belegt, dass derartige homöopathische Mittel bei trockenen Auge wirksam sind.

Darum ist der Tränenfilm so wichtig

Der Tränenfilm ist für die einwandfreie Funktion der Augen entscheidend mitverantwortlich. Durch ihn wird die Augenoberfläche so glatt, dass das Licht möglichst gleichmäßig bricht. Außerdem versorgt der Tränenfilm die Hornhaut nicht nur mit Feuchtigkeit, sondern auch mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das ist notwendig, weil die Hornhaut keine Blutgefäße besitzt. Des Weiteren dient der Tränenfilm als Gleitmittel, damit sich die Augenlider geschmeidig über Hornhaut und Bindehaut bewegen können. Nicht zu vergessen ist zudem die Schutzfunktion, die der Tränenfilm leistet. Er schwemmt Keime, Reizstoffe sowie Fremdkörper von der Augenoberfläche und schützt vor weiteren äußeren Einflüssen wie Wind, Hitze oder Kälte. Darüber hinaus enthält die Tränenflüssigkeit bestimmte Proteine, die antibakteriell wirken und als Teil der Immunabwehr gelten.